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Einleitung zu den Therapie­verfahren

Ganzheitliche Therapie bedeutet, den Körper wieder in die Lage zu versetzen, sich

selbst zu regulieren und damit seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

 

 

Vitamin- und Mineralstofftherapie

Optimieren Sie die Nährstoffe in Ihren Zellen!

 

Labor­untersuchungen

Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, nur weil sie Ihnen empfohlen wurden, das ist wie Bonbons ungezielt in eine Menschenmenge zu werfen. Möglicherweise treffen Sie den ein oder anderen Menschen, der Lust auf Süßigkeiten hat (Mangelzustand) – Sie können aber auch ein bestehendes Gleichgewicht durcheinander bringen, sowie sich in dieser Menschenmenge dann alle auf die Bonbons stürzen und Gedrängel entsteht.

Deshalb bestimmen wir mithilfe von Laboruntersuchungen (Blut, Urin, Speichel) und der Prognos-Meridian-Diagnostik, wie Ihre Stoffwechsellage ist und welche Nährstoffe Ihnen fehlen. Und nur diese sollten Sie einnehmen!

Störfeldbeseitigung

Zusätzlich zur medizinischen und therapeutischen Versorgung ist es sehr wichtig, dass Sie in einem guten Umfeld leben, z. B. weitgehend ohne Elektrosmog. Wir unterstützen Sie dabei, mögliche störende innere sowie äußere Einflüsse zu erkennen um Sie so in Ihrem Gleichgewicht bestmöglich zu unterstützen.

Stress

Seit vielen Jahren ist das Thema Stress und die teilweise daraus resultierenden Krankheiten (wie z.B. Burn-out, Bluthochdruck etc.) ein erheblicher Faktor in der Gesundheit der Bevölkerung.

Durch die Anstrengung sinkt die Leistungsfähigkeit, weil wichtige Nährstoffe verbraucht werden und das Immunsystem leidet. Es entsteht ein Teufelskreis, denn diese erhöhte Anstrengung führt zwangsläufig zu mehr Stress. Durch den erhöhten Stress werden wieder mehr Nährstoffe verbraucht. Und wenn diese nicht nachgeliefert werden, sinkt die Leistungsfähigkeit weiter.

Deshalb untersuchen wir Ihren individuellen Vitamin- und Nährstoffbedarf, analysieren etwaige Dysbalancen im vegetativen Nervensystem und überprüfen Ihren Hormonaushalt auf Hinweise für eine Neurostressbelastung. Mit Hilfe dieser Analysen helfen wir Ihnen wieder zu mehr Vitalität und Leistungsfähigkeit.

Stärkung des Immunsystems

Mehr als 80% unseres Immunsystems befindet sich im Darm. Verschiedene äußere Faktoren könnten diesen komplexen Organismus unerwünscht beeinflussen. Durch differenzierte Labordiagnostik und individuelle Therapiestrategien unterstützen wir den Darm in seiner natürlichen Balance.

Bioidentische Hormontherapie

Das Grundprinzip der Bioidentischen Hormontherapie (BHT) besteht darin, Hormondefizite im Körper mit bioidentischen Hormongaben auszugleichen, die völlig den körpereigenen Hormonen entsprechen.

Hormone sind lebenswichtige Botenstoffe, die für die Regulation einer Vielzahl von Prozessen in unserem Körper maßgeblich verantwortlich sind. Ganz zu Recht werden sie als „Regisseure des Lebens“ bezeichnet. Fehlen sie (z.B. nach operativer Entfernung einer endokrinen Drüse), oder sind sie z.B. alters- oder krankheitsbedingt nur in ungenügender Menge vorhanden, gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht und kann Körper und Psyche beeinträchtigen. Je nach Ausmaß der Beschwerden können Hormonmangelzustände dann durch bioidentische Hormongaben in verschiedenen Darreichungsformen ausgeglichen werden.

Bioidentische Hormontherapien sind alle therapeutischen Behandlungen mit bioidentischen Hormonen: Dazu zählen die Therapie der Schilddrüsenunterfunktion mit T4 und /oder T3, die Behandlung von Diabetes mit Insulin und die Gabe von Sexualhormonen zu verschiedenen Therapiezielen.

Meist wird der Begriff BHT im Zusammenhang mit der Substitution von Sexualhormonen verwendet. Deshalb bezieht sich dieser Text v.a. auf die Ersatztherapie mit bioidentischen Sexualhormonen.

 

Historische Entwicklung

In den 1960er Jahren begann die Geschichte der Hormonersatztherapie für Frauen (HET oder engl. Hormon Replacement Therapie, HRT) mit Östrogen-Ersatzpräparaten aus Stutenhormon zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden. Man ging davon aus, dass die meisten Wechseljahresbeschwerden durch einen Östrogenmangel verursacht werden. Doch man hatte dabei das zweite weibliche Hormon, das Progesteron, außer Acht gelassen. Es war der amerikanische Arzt Dr. John R. Lee, der schon 1966 den Begriff „Östrogendominanz“ prägte und diese für zahlreiche Wechseljahresbeschwerden verantwortlich machte. Die fein austarierte hormonelle Balance zwischen Progesteron und den Östrogenen gerät mit Beginn der Wechseljahre aus dem Gleichgewicht. Dabei sinkt zuerst der Progesteronspiegel und es entsteht ein relativer Östrogenüberschuss.

2003 erschien ein weiteres Buch von Lee über das männliche Hormongleichgewicht. Darin beschreibt Lee die negativen Auswirkungen einer Östrogendominanz bei Männern in der Lebensmitte. Im männlichen Körper wandeln vor allem die Fettzellen Testosteron in Östrogene um. Mit steigendem Körpergewicht und Bauchumfang nimmt die Östrogenproduktion zu, und gleichzeitig sinkt mit zunehmendem Alter der Testosteronspiegel. Fällt zusätzlich der Leber der Östrogenabbau schwer, so stauen sich die Hormone an und es kann sich auch beim Mann eine Östrogendominanz mit Folgen wie Brustwachstum, weiblicher Fettverteilung, verringertem Bartwuchs und Prostatavergrößerung entwickeln.

Bei seinen Untersuchungen erkannte Dr. Lee auch die Risiken der Behandlung mit künstlichen Hormonen, sogenannten „Xenobiotika“. Dies sind Moleküle, die chemisch eine etwas andere Struktur als die natürlich im Körper vorkommenden Hormone aufweisen. Frauen kennen sie z.B. als Inhaltsstoffe der Pille. Diese künstlichen Hormone passen nicht genau in den Hormonrezeptor und lösen nur eine ganz bestimmte Teilwirkung aus, im Fall der Pille die Empfängnisverhütung. Gleichzeitig stören diese fremden Moleküle den Hormonhaushalt im Ganzen, weil sie nicht an den Rückkopplungsmechanismen teilnehmen und nicht wie ein körpereigener Stoff abgebaut werden können.

Seit etwa 20 Jahren gibt es Ärzte, die in Bezug auf die Sexualhormone eine möglichst naturnahe Hormontherapie vertreten, die bioidentische Hormontherapie (BHT). Sie ersetzt die langsam versiegenden Hormone durch körperidentische Hormone, und zwar in physiologischer Menge und angepasst an den natürlichen Rhythmus der Hormonausschüttung.

Wirkprinzip bioidentischer Hormone

Bioidentisch (synonym werden auch „körperidentisch“ oder „naturidentisch“ verwendet) bedeutet, dass ein Hormon die gleiche – identische – chemische Struktur besitzt wie das Hormon, welches der menschliche Körper selbst bildet.

Bioidentische Hormone fügen sich exakt in den Hormonkreislauf ein und können so bei sorgfältiger individueller Dosierung den Sexualhormonhaushalt und den gesamten Hormonkreislauf ausgleichen.

Hormon-Räderwerk
Hormone steuern auf faszinierende Weise unseren ganzen Körper, die Leistungsfähigkeit, die Gefühlslage, den Stoffwechsel. Diese spezifischen Botenstoffe werden in Drüsenzellen (u.a. Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Eierstöcke, Prostata) gebildet und gelangen über das Blut zu ihren jeweiligen Zielzellen. Ausgangsstoff für die Produktion vieler Hormone im Körper ist das Cholesterin (siehe Grafik).

Die Informationsübermittlung erfolgt über spezifische Rezeptoren auf den Zielzellen. Die körpereigenen Hormone passen so exakt in diese „Andockstellen“ wie ein Schlüssel zu seinem Schloss. Man spricht bei diesem Erkennungssystem deshalb vom Schlüssel-Schloss-Prinzip. Die molekulare Struktur des Hormons passt genau zum Rezeptor auf der Zielzelle. Durch das Andocken wird die hormonelle Wirkung in ihrer Gesamtheit ausgelöst. Danach durchlaufen die Hormone biochemische Umwandlungsprozesse und werden schließlich größtenteils in der Leber abgebaut.

Die vielen verschiedenen Hormone im Körper, u.a. Schilddrüsenhormone, Insulin, Melatonin, Cortison, Adrenalin sowie die Sexualhormone beeinflussen sich – ähnlich einem komplexen Räderwerk – gegenseitig. Gesteuert und im Gleichgewicht gehalten wird dieses System durch feine Rückkopplungsmechanismen. Jede Veränderung eines Hormons hat deshalb weitreichende Folgen auf das gesamte Hormon-Räderwerk. Dabei ist nicht nur die absolute Hormonmenge entscheidend, sondern vor allem auch das Verhältnis der einzelnen Hormone untereinander.

Hormone aus dem Takt

Wie sehr Hormone, die nur in kleinsten Mengen (oft nur 1 Millionstel Gramm pro Liter Blut) im Körper vorhanden sind, unser Leben bestimmen, merkt man besonders, wenn das Hormongleichgewicht aus dem Takt gerät. Dies kann sein in Zeiten besonderer physischer oder psychischer Belastung, während großer natürlicher Umbruchphasen wie in der Schwangerschaft oder wenn in der zweiten Lebenshälfte die Produktion aller Sexualhormone nachlässt. Die Einteilung der Sexualhormone in männlich (Testosteron) und weiblich (Progesteron und Östrogene) ist danach erfolgt, welche phänotypischen Merkmale die Hormone ausprägen: kantige oder weiche Gesichtszüge, hohe oder tiefe Stimme u. v. m. Beide Geschlechter produzieren sowohl männliche als auch weibliche Sexualhormone, allerdings in unterschiedlichen Konzentrationen. Wie sehr das hormonelle Verhältnis das gesamte Hormon-Räderwerk und damit Gesundheit und Wohlbefinden beeinflusst, wird bei den Sexualhormonen besonders deutlich.

Verschiedene Wege der Hormonersatztherapie

1. Die Gabe von Hormon-ähnlichen Wirkstoffen:

Hormon-ähnlich wirken Stoffe, deren molekulare Struktur sich nur in kleinen Details vom körpereigenen Hormon unterscheidet. Bereits diese sehr geringen Unterschiede haben ein vom körpereigenen Hormon abweichendes Wirkspektrum und eine veränderte Wirkstärke zur Folge. Diese Moleküle können nicht in das Räderwerk der Hormone eingespeist werden, sie durchlaufen nicht den physiologischen Hormon-Abbau-Weg.
Hormon-ähnliche Wirkstoffe sind in der Medizin weit verbreitet, sie sollten jedoch sehr differenziert betrachtet werden. Cortison, ein wichtiges Hormon unserer Nebennierenrinde, wird in der Notfallmedizin mit minimal veränderter Struktur eingesetzt. Durch die minimale Abwandlung wird eine vielfach stärkere Wirkung erzielt, die im Notfall Leben retten kann.
Auch in der „Pille“ sind Hormon-ähnliche Stoffe enthalten (z.B. Dienogest), die durch ihre veränderte Molekülstruktur den natürlichen Sexualhormon-Rhythmus blockieren.
Einige Pflanzen sind in der Lage, Substanzen zu bilden, deren Struktur mit unseren Sexualhormon-Rezeptoren in Kontakt treten. Diese pflanzlichen Wirkstoffgemische werden Phytohormone genannt und können eine milde hormonelle Wirkung auslösen.

2. Die Gabe von Hormon-identischen Wirkstoffen (BHT):

a) Die Anwendung von Ausgangsstoffen für die Hormonproduktion oder von Hormonvorstufen
Jod und die Aminosäure Tyrosin sind z.B. Bausteine für die körpereigene Schilddrüsenhormon-Produktion. Pregnenolon und DHEA (Dehydroepiandrosteron) sind beides hormonelle Vorstufen bei der körpereigenen Sexualhormon-Synthese (siehe Schema).

b) Die Gabe von bioidentischen Hormonen
Durch die Gabe des jeweiligen fehlenden Hormons wird ein Hormon-Mangel ausgeglichen, z.B. werden Progesteron, Östrogene oder Testosteron bei Sexualhormonmangel eingesetzt. Ob dieser bioidentische Stoff natürlich oder synthetisch gewonnen wurde, kann der Hormonrezeptor nicht erkennen, für ihn passt der Schlüssel und die volle Hormonwirkung wird ausgelöst.

 

Herstellung bioidentischer Hormone

Sexualhormone wie Progesteron, Östrogene und Testosteron können nicht direkt aus der Natur gewonnen werden. Jedoch kann man aus Pflanzen wie der mexikanischen Yamswurzel (Dioscorea) oder aus Soja einen Rohstoff gewinnen, der im Labor in die entsprechenden Hormone umgewandelt werden kann. Diese halbsynthetische Herstellungsweise liefert dann die bioidentischen Hormone, die als Hormon-Schlüssel genauso wie die körpereigenen Hormone exakt ins Rezeptor-Schloss passen.

Anwendung bioidentischer Hormone

Ein wertvoller Hinweisgeber für das Bestehen eines Hormonungleichgewichts sind Sie selbst. Wie fühlen Sie sich körperlich und psychisch? Wichtige Anhaltspunkte für eine Hormontherapie gewinnt Ihr Therapeut aus einer genauen Analyse Ihres Hormonstatus: Die Bestimmung der Sexualhormone ist über Blut- oder Speicheltest möglich. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Hormonausschüttung tageszeitlichen und zyklusabhängigen Rhythmen folgt. Von diesen Schwankungen unabhängig ist eine Hormonanalyse aus dem 24-Stunden-Urin. Die Beurteilung und Festlegung der Therapie sollte durch einen erfahrenen Therapeuten erfolgen.

Der Ausgleich eines Hormon-Ungleichgewichts oder eines Hormonmangels ist auf milde Weise mit bioidentischen Hormonvorstufen wie Pregnenolon oder DHEA möglich. Beide Stoffe kann der Körper in die nachfolgenden Hormonkreisläufe einschleusen. Bei ausgeprägteren Symptomen stehen die eigentlichen Sexualhormone Progesteron, Östriol, Östradiol und Testosteron für einen Hormonausgleich zur Verfügung.

 

Progesteron
Das sogenannte „Wohlfühlhormon“ Progesteron wirkt beruhigend und harmonisierend auf die Psyche und sorgt für guten Schlaf. Beim Mann kann Progesteron einer Prostata-Vergrößerung entgegenwirken. In der Schwangerschaft ermöglicht Progesteron das Einnisten einer befruchteten Eizelle und sorgt für den Erhalt der Schwangerschaft. Experten schätzen, dass 90 Prozent der Wechseljahresbeschwerden auf ein Defizit an Progesteron zurückzuführen sind.

Typische Symptome eines Progesteronmangels können u.a. sein: zu kurzer Zyklus, Endometriose, Abort in den ersten drei Monaten, Migräne, Schlaflosigkeit, Depressionen.

Östrogene (engl. Estrogene)
Zur Behandlung des Östrogenmangels (Hitzewallungen, trockene Haut, trockene Augen und Schleimhäute, Osteoporose u.v.m.) stehen in der BHT zwei Verbindungen zur Auswahl. Es sind dieselben, die auch im Organismus vorkommen: Östriol (Ö3, Estriol), welches das schwächste aber auch nebenwirkungsärmste Östrogen ist und Östradiol (Ö2, Estradiol), welches das potenteste Östrogen darstellt, allerdings dazu neigt, sich in die Depotform Östron (Ö1, Estron) umzuwandeln und anzureichern. Als zellteilungs- und wachstumsförderndes Hormon wird Östron mit Brustschmerzen, Menstruationsbeschwerden und Myombildung in Zusammenhang gebracht.

 

Testosteron
Als Repräsentant der männlichen Seite der Hormonwelt hat es eine leistungssteigernde, den Muskelstoffwechsel anregende Wirkung. Bereits ab dem 20. Lebensjahr sinkt bei Männern der Testosteronspiegel kontinuierlich. Folgen können ein Rückgang der Libido sowie eine Schwächung des Muskel- und Knochenstoffwechsels sein. Auch bei Männern können Hormonveränderungen zu nächtlichen Schweißausbrüchen führen.

Darreichungsformen und Dosierung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Hormonsubstitution in der BHT:
Bei der oralen Einnahme gelangen die Hormone relativ schnell in die Leber, wo sie zu einem großen Teil abgebaut werden (hoher First-Pass-Effekt). Diese Art der Hormongaben arbeitet daher auch mit höheren Einzeldosen.
Der First-Pass-Effekt lässt sich umgehen mit einer lokalen Hormonanwendung auf der Haut (mit Cremes, Gelen, Haarwasser) oder auf der Schleimhaut (mit Vaginalzubereitungen oder Rektalzäpfchen). Diese Applikationsarten kommen mit geringeren Hormonmengen aus und können sehr individuell dosiert werden.

Jeder Eingriff in das hormonelle Gesamtgefüge sollte nur nach einer ausführlichen Diagnostik und durch einen erfahrenen Therapeuten mit Fingerspitzengefühl erfolgen. Hormone sind in Deutschland verschreibungspflichtig, einzig die Hormonvorstufe Pregnenolon ist verschreibungsfrei. Je nach Laborwerten und Befinden können die Hormone einzeln oder in Kombination in der Therapie angewendet werden.

Infusionstherapien

Infusionen können die Homöostase – das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele unterstützen. Anders als orale Nahrungsergänzungsmittel, die über den Verdauungstrakt in den Körper aufgenommen werden, gelangen Vitalstoffe in einer Infusion ohne Umwege direkt ins Blut. Eine Infusionstherapie wird individuell nach ausführlicher Anamnese und durch Unterstützung von Laborwerten empfohlen. Über Infusionen kann der Körper mit Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen und Elektrolyten versorgt werden.

Infusionstherapien können unterstützen bei:

  1. Stärkung der Abwehrkäfte

  2. Regulation des Stoffwechsels

  3. Stärkung von Haut, Haare und Nägel

  4. Regulationen von Stress- und Erschöpfungszuständen

  5. Verbesserung von Vitalität & Nervenstärke

  6. Entgiftung

Orthomolekulare Medizin

Den Grundstein für die orthomolekulare Medizin legte der Biochemiker und zweifache Nobelpreisträger Prof. Dr. Linus Pauling (1901-1994) im Jahr 1968. Man kann den Begriff orthomolekular als Medizin der richtigen Moleküle bzw. Nährstoffe verstehen. Es handelt sich dabei um so etwas wie einen Brückenschlag zwischen Ernährungswissenschaft und Medizin.

Pauling selbst definierte sie so: Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentrationen von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.

Er erklärt damit, dass die offiziellen Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, wie sie Fachgesellschaften empfehlen, zwar ausreichend sein können, um einem Mangel vorzubeugen, es aber sowohl in der Prophylaxe als auch in der Therapie darauf ankommt, die Menschen individuell und bedarfsorientiert mit den entsprechenden Nährstoffen zu versorgen.

Die orthomolekulare Medizin richtet ihr Augenmerk also sowohl auf die Behandlung von Krankheiten, als auch auf die Erhaltung der Gesundheit mit der individuell passenden Dosis der einzelnen Nährstoffe. Sie hat damit auch eine präventive Ausrichtung. Eine Grundannahme besteht darin, dass Menschen die täglich benötigten Vitalstoffe meist nicht ausreichend aufnehmen. Zudem kann der Bedarf bei bestimmten Erkrankungen so erhöht sein, dass er auch nicht mit einer gesunden Ernährung zu decken ist.

Nährstoffe der orthomolekularen Medizin

Zu diesen Nährstoffen, die in der orthomolekularen Medizin zum Einsatz kommen, zählen sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe, wie:

  • Vitamine

  • Mineralstoffe, Spurenelemente

  • essenzielle Fettsäuren

  • Aminosäuren

  • Enzyme


In manchen Fällen ist nicht nur die richtige Menge, sondern auch das richtige Verhältnis einzelner Komponenten zueinander wichtig. Als wesentlich wird auch angesehen, dass nur solche Stoffe medizinisch verwendet werden, die in derselben chemischen Form auch physiologisch im Körper vorhanden sind bzw. vom Körper ohne weiteres in die biologisch aktiven Formen umgewandelt werden können.

Vitamine in der Orthomolekularen Medizin

Bei den Vitaminen handelt es sich um chemische Moleküle, die strukturell völlig unterschiedlich sind. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie lebenswichtige Stoffe sind, die der Körper unbedingt braucht, aber nicht selbst herstellen kann. Sie müssen also mit der Nahrung zugeführt werden. Schaut man sich das Vitamin D an, so stimmt diese Definition allerdings nicht, weil unser Körper dieses Vitamin auch selbst herstellen kann – vorausgesetzt er bekommt ausreichend viel Sonne.

Man unterscheidet fettlösliche Vitamine von wasserlöslichen. Fettlöslich sind die Vitamine A, D, E und K. Bestimmt erinnern sich viele noch an die Eselsbrücke EDeKA. Da sie im Körper gespeichert werden, darf man sie nicht zu hoch dosieren, sonst besteht die Gefahr einer Hypervitaminose. Deshalb hat man viele Jahre davor gewarnt, zu viele fettlösliche Vitamine zu sich zu nehmen. Inzwischen weiß man jedoch vom Vitamin D, aber auch vom Vitamin K, dass Hypervitaminosen erst bei extrem hohen Dosen auftreten.

Die anderen Vitamine sind wasserlöslich, können also nicht oder nur in geringem Maße gespeichert werden. Sie werden in der orthomolekularen Medizin zu therapeutischen Zwecken oft sehr hochdosiert eingesetzt. Das betrifft v.a. das Vitamin C (L-Ascorbinsäure).

B-Vitamine sorgen immer wieder für Verwirrung wegen ihrer Bezeichnung (Nomenklatur). Nicht alle Stoffe, die früher als B-Vitamine eingestuft wurden, zählen heute noch dazu. Die B-Vitamine mit den Indizes 4, 8, 10, 11, 13, 14, 15 und 17 haben sich nach ihrer Entdeckung als Pseudovitamine erwiesen. Das heißt: Sie gelten nicht als Vitamine, weil der Körper sie teilweise selbst herstellen kann oder sie gar keine lebensnotwendigen Nahrungsbestandteile sind. Deswegen ist die ursprünglich lange Reihe von 17 verschiedenen B-Vitaminen inzwischen lückenhaft. 

Heute zählen nur die folgenden offiziell zu den B-Vitaminen:

  • Vitamin B1 - Thiamin

  • Vitamin B2 - Riboflavin

  • Vitamin B3 - Nicotinsäure (Niacin)

  • Vitamin B5 - Pantothensäure

  • Vitamin B6 - Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal

  • Vitamin B7 - Biotin (auch Vitamin H)

  • Vitamin B9 - Folsäure (auch Vitamin B11 oder Vitamin M)

  • Vitamin B12 - Cobalamin

Defizite im Nährstoffhaushalt

Ein Nährstoffdefizit kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Dazu gehören beispielsweise eine sehr einseitige Ernährung oder eine Lebensweise, die mit häufigem Fast-Food-Konsum einhergeht. Oft wird auch übersehen, dass nicht alle Nährstoffe, die wir mit der Nahrung aufnehmen, auch tatsächlich ins Blut aufgenommen werden und damit den Zellen zur Verfügung stehen. Der Darm kann eine große Resorptionsbarriere von Nährstoffen sein: Wenn der Darm bzw. die Verdauung nicht einwandfrei funktionieren, werden die Nährstoffe nicht richtig aufgenommen. 

Ursachen für solche Resorptionsstörungen können sein: 

  • Entzündungen der Magen- oder Darmschleimhäute

  • Mangel an Verdauungssäften

  • Dysbiose


Unter Dysbiose versteht man eine Fehlbesiedlung des Darmes mit Bakterien. Dadurch wurde die Bakterienflora, die wir brauchen, um unserer Nahrung richtig aufzuschließen, zumindest teilweise verdrängt. Lesen Sie hier mehr zum Thema Darmsanierung.

Neben einer möglichen Dysbiose gibt es viele weitere mögliche Gründe für ein Nährstoffdefizit – zum Beispiel:

  • Der Vitamin-Gehalt vieler Nahrungsmittel nimmt ab durch Lagerung, Zubereitung, Züchtungen

  • Ein Mangel an Vitamin E kann durch einen sehr hohen Verzehr von ungesättigten Fettsäuren bedingt sein.

  • Zuviel Alkohol und manche Medikamente können einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen bewirken.

  • Koffein löst häufig ein Ungleichgewicht im Nährstoffhaushalt aus, da es die Ausscheidung von wichtigen Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium erhöht.

  • Durch den Tabakrauch kann es bei Zigarettenkonsum zu einem Mangel an Vitamin C und Zink kommen.

  • Während einer Schwangerschaft, in der Stillzeit oder auch in Wachstumsphasen besteht ein erhöhter Nährstoffbedarf.

  • Erhöhter Bedarf besteht auch bei vielen Erkrankungen, bei starken physischen oder psychischen Belastungen. Das heißt: Auch Stress und Sport verändern den Bedarf so, dass Mangelerscheinungen entstehen können.

Auswirkungen von Nährstoffmangel

Stehen dem Körper die benötigten Nährstoffe nicht ausreichend zur Verfügung, so gerät er in ein biochemisches Ungleichgewicht. Dies kann verschiedene Folgen für den Organismus haben. Insbesondere Vitaminmangel und das Fehlen bestimmter Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Kalium und Eisen können unspezifische Symptome auslösen, da diese Substanzen essenziell für den Stoffwechsel, das Wachstum der Zellen und die Abwehrkräfte sind. Typische Anzeichen sind Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und ein Mangel an Energie.
Da dies jedoch sehr allgemeine Symptome sind, dauert es häufig lang, bis ein Nährstoffmangel diagnostiziert wird.

Arbeitsweisen der orthomolekularen Medizin

Um eine nicht ausreichende Versorgung des Organismus mit bestimmten Nährstoffen nachzuweisen, ist eine Untersuchung des Blutes, des Blutserums und/oder des Urins notwendig. Manche Messverfahren können einen Zusammenhang zwischen fehlenden Spurenelementen und bestimmten Krankheitsbildern nachweisen.
Wichtig ist zu beachten, dass viele Faktoren die Ergebnisse verfälschen können – z. B. verwendete Kosmetika und Arzneimittel, v. a. aber ungeeignete Testmethoden.

Die orthomolekularen Stoffe können auf unterschiedliche Weise zugeführt werden. Es gibt verschiedenste Arzneimittel, die meist in Form von Kapseln oder Tabletten eingenommen werden können. Besonders effektiv ist der Weg über Injektionen bzw. Infusionen von orthomolekularen Substanzen. Der Vorteil von Injektionen bzw. Infusionen ist, dass die Resorptionsbarriere Darm umgangen werden kann. Dadurch können auch viel höhere Blutspiegel erreicht werden, als bei Einnahme über den Verdauungstrakt. Inzwischen gibt es auch eine Vielzahl an Nahrungsergänzungsmitteln, die verschiedene orthomolekulare Substanzen in meist fixen Kombinationen enthalten.

Nahrungsergänzungsmittel sind meist so konzipiert, dass sie auch für den eigenverantwortlichen Gebrauch geeignet sind. Ergänzende Präparate können dann genutzt werden, wenn aufgrund einer besonderen Situation erhöhter Nährstoffbedarf besteht.

Die Therapie mit Arzneimitteln als Injektionen oder Infusionen mit orthomolekularen Substanzen erfolgt vom Arzt oder Heilpraktiker meist über einen festgelegten Zeitraum, wenn ein Nährstoffmangel nachgewiesen oder aufgrund einer Krankheit wahrscheinlich ist. Dabei werden teilweise auch sehr hohe Dosierungen an Nährstoffen verabreicht. Der Therapeut verfolgt damit das Ziel, sehr hohe Blutspiegel der jeweiligen Substanzen aufzubauen, damit die Wirkstoffe auch wirklich bis in die Bedarfszonen im Körper vordringen können.

Für den Einsatz der Substanzen gibt es keine allgemeingültigen Empfehlungen zur Dosierung, da diese individuell angepasst werden muss. Sie richtet sich nach dem Ausmaß des Mangels, der Art der Erkrankung bzw. dem allgemeinen Gesundheitszustand, aber auch nach Ernährung, Alter, Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüssen.

Anwendung der orthomolekularen Medizin

Die orthomolekulare Medizin kann bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt werden. Sie kommt sowohl präventiv als auch unterstützend bei chronischen und akuten Krankheitsbildern zum Einsatz.

Dazu gehören beispielsweise:

  • erhöhter Bedarf an Nährstoffen (zum Beispiel durch Schwangerschaft)

  • allgemeines Nährstoffdefizit

  • Herzkreislauferkrankungen

  • Infektionen (zum Beispiel grippale Infekte)

  • Arteriosklerose (Verengung der Arterien durch Ablagerungen)

  • Rheuma

  • Stoffwechselerkrankungen

  • Hauterkrankungen

  • Erkrankungen des Verdauungssystems

  • Stärkung des Immunsystems

  • Schwermetallebelastungen

Medizinische Behandlung
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